Fragen und Antworten

Warum soll ich mich firmen lassen?
- Stärkung für den Lebensweg
Die Firmung ist ein Zeichen dafür, dass du nicht allein unterwegs bist – Gottes Geist begleitet und stärkt dich. - Bewusste Entscheidung für den Glauben
Du sagst „Ja“ zu deiner Taufe und triffst eine eigene, reife Entscheidung für deinen Glaubensweg. - Teil der Gemeinschaft
Du wirst voll in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen und kannst aktiv mitgestalten. - Impulse für die persönliche Entwicklung
Die Auseinandersetzung mit Fragen des Glaubens, der Werte und des Lebens hilft dir, dich selbst besser kennenzulernen. - Ermutigung zum Engagement
Die Firmung bestärkt dich, Verantwortung zu übernehmen – für dich selbst, für andere und für die Welt. - Ein besonderes Fest
Die Firmung ist ein feierlicher Moment in deinem Leben – mit Familie, Freund*innen und deiner Pfarre. - Ein*e Firmpat*in an deiner Seite
Du bekommst eine Person an die Seite gestellt, die dich begleitet, unterstützt und für dich da ist.
Ich möchte mich in einer anderen Pfarrgemeinde firmen lassen. Geht das?
Grundsätzlich kannst du dich auch in einer anderen Pfarrgemeinde firmen lassen. Wichtig ist nur, dass du dir von deiner Pfarrgemeinde bestätigen lässt, dass du an der Firmvorbereitung teilgenommen hast. Dafür bekommst du eine Firmkarte, die du dann in der Firmungspfarre vorweisen musst. Bitte nimm auch rechtzeitig Kontakt zu der gewünschten Pfarrgemeinde auf, in der du gefirmt werden möchtest.
Muss ich gefirmt sein, wenn ich kirchlich heiraten will?
Nein. Die Firmung ist keine Voraussetzung für die kirchliche Ehe, die Firmung wird aber empfohlen.
Muss ich alles glauben, was die Kirche sagt, um gefirmt zu werden?
Nein, du musst nicht alles glauben, was die Kirche sagt, um gefirmt zu werden. Die Firmung ist kein ‚Test im Glaubenswissen‘, sondern eine Einladung, deinen Glauben zu vertiefen und bewusst Ja zu sagen zu einem Weg mit Gott – in Freiheit und mit deinem eigenen Verstand.
- Glaube ist ein Weg, kein Zwang
Die Kirche lädt dich ein, dich mit dem Glauben auseinanderzusetzen – aber sie zwingt dich nicht, alles sofort oder ohne Fragen zu übernehmen. Zweifel und Fragen gehören zum Glauben dazu. Auch viele Heilige und große Theolog*innen hatten Fragen und haben gerungen. - Die Firmung ist ein persönliches Ja
Bei der Firmung sagst du nicht Ja zu einem fertigen Katalog von Meinungen, sondern zu einer Beziehung: zu Gott, zum Heiligen Geist, zur Gemeinschaft der Kirche. Es ist wie bei einer Freundschaft – du musst nicht alles verstehen oder perfekt sein, um Ja zu sagen. - Kirche ist mehr als Regeln – sie ist Gemeinschaft und Auftrag
Vielleicht hilft dir die Frage: Was begeistert dich an Jesus? Was findest du spannend an der Idee, dass der Heilige Geist in dir wirkt? Die Kirche ist nicht nur Institution, sondern auch Bewegung, Gemeinschaft, Engagement für Gerechtigkeit, Hoffnung und Liebe. - Einladung zur Entdeckung
Du darfst kritisch sein. Aber gib der Kirche auch eine Chance, dich zu überraschen. Vielleicht entdeckst du Seiten an ihr, die du vorher nicht kanntest – in der Musik, im sozialen Engagement, in der Stille, im Gebet, in der Gemeinschaft.
Welche Person soll ich als Paten/als Patin auswählen?
Der*die Pat*in soll eine Person sein, welche dich in deinem Leben – und vielleicht auch in deinem Glauben begleitet. Es soll ein Mensch sein, mit du eine besondere Beziehung hast oder eine Beziehung aufbauen möchtest. Stelle dir die Frage, ob du dich mit deinem*er Pat*in gut unterhalten kannst, du dir gemeinsame Zeiten gut vorstellen kannst.
Welche Voraussetzungen muss mein Firmpate/meine Patin erfüllen?
Die essenzielle Aufgabe des Pat*innennamtes besteht darin, die jugendliche Person auf ihrem persönlichen Lebens- und Glaubensweg zu begleiten.
Idealerweise wird das Pat*innennamt von einer Vertrauensperson des*der Jugendlichen übernommen. Sie steht mit offenem Ohr und – wenn nötig – mit Rat und Tat zur Seite
Laut Kirchenrecht gelten folgende Voraussetzungen für die Übernahme einer Pat*innenenschaft:
- Mindestalter: 16 Jahre
- Empfang der Sakramente der Taufe, Eucharistie und Firmung
- Mitgliedschaft in der Katholischen Kirche
- Lebensführung im Einklang mit dem christlichen Glauben
Eltern können die Pat*innenenschaft für ihr eigenes Kind nicht übernehmen (vgl. can. 874 – §1).
Die Voraussetzungen sind grundsätzlich zu erfüllen, allerdings gibt es durchaus einige Ausnahmeregelungen/-genehmigungen für Personen, die die oben genannten Punkte nicht erfüllen. Falls du in so einer Situation bist, dann suche am besten das Gespräch mit der Pastoralreferentin und besprecht, welche Lösungsmöglichkeiten es gibt.
Was, wenn ich zum Zeitpunkt der Firmung gar nicht bereit bin?
Dann ist es okay, die Firmung zu verschieben. Es ist besser, ehrlich zu sein, als etwas mitzumachen, das sich nicht stimmig anfühlt. Du kannst dich auch später firmen lassen – wenn du das Gefühl hast: Jetzt passt es.
Was kann ich tun, wenn meine Eltern mit drängen, ich aber nicht sicher bin?
Sprich ehrlich mit ihnen – und mit deiner Firmbegleitung. Es ist dein Weg und deine Entscheidung zählt. Die Firmvorbereitung kann dir helfen, zu klären, was du willst und brauchst. Zwang widerspricht dem Sinn der Firmung.
Darf ich als queere Person zur Firmung gehen?
Ja, natürlich. Die Firmung ist für alle Menschen da. Jeder Mensch ist von Gott gewollt und geliebt – so wie er*sie ist. Wenn du Fragen oder Sorgen hast, such dir eine*n Seelsorger*in, der*die offen und unterstützend ist.